(H)Eike, Krissi und Andreas.

Im Schnitt braucht man irgendwas zwischen 20 und 30 Stunden, bis man aus Deutschland auf Koh Pha-ngan ist. Wenige Flüge fliegen nach Bangkok durch und selbst wenn es außerordentlich gut läuft, muss man, auf Koh Samui angekommen, die Fähre nehmen. Kräftezehrend. Klebrig-schwitzend. Hungrig.

Weil es so ist, bietet Mica und Sea seinen Gästen ein großes Abendessen an. Sea kocht. 6 Gänge, 2,50€ pro Person und Gang. Thailändisch. Hausfrauen-Art. (H)Eike und ihre Familie reisen heute aus Deutschland an. Sie wohnen in einer der anderen Villen, die Mica betreibt, erzählt er uns. Mit dem H tut er sich als Franzose schwer, glauben wir. Es bleibt unklar, ob Eike oder Heike der Anführer der neuen Gästefamilie ist.

Per Whatsapp erfragt er, wann die Fähre kommt und wie es mit dem Essen aussieht. (H)Eike antwortet: 12:00, Essen nein danke – sie wissen gar nicht, wie und ob Ihnen thailändisch schmeckt.

Unsere Villa steht in einer kleinen Gruppe aus 5 Häusern. Wir haben also Nachbarn: russische Yogalehrer, er raucht morgens auf dem Balkon eine Zigarette, sie hängt danach ihre rote Unterwäsche an die Wäschespinne. Vor Ihnen baumelt ein großer rosafarbener Traumfänger. Hinter uns ein Schnaps-trinkender Südamerikaner, der den ganzen Tag Filme auf seinem Laptop guckt.

Mica und seine Familie gegenüber. Ein weiteres Haus wird zur Zeit von einer deutschen Familie bewohnt – aus Schönwalde bei Berlin. Krissi und Andreas, 4 Kinder. Alter: 9 Monate, 2, 5 und 8 Jahre. Sie wollen 60 Tage auf der Insel bleiben, danach nach Bali, später wieder nach Thailand zurückkehren. 3,5 Monate, Papa Andreas hat Elternzeit.

Sie haben ganze 5 Tage gebraucht, um hierher zu kommen. Weil es günstiger war, sind sie erstmal von Berlin nach München gefahren und haben in der Nähe des Flughafens in Erding geschlafen. Krissi hat im Internet gelesen, Flüge nach Surat Thani von Bangkok gäbe es wie Taxis. Aussuchen und Reinsetzen, keine Buchung vorher notwendig. Ist ja häufig so.

Ankunft der Familie in Bangkok, 5:30 morgens. Per Taxi durch die Stadt, anderer Flughafen. 4 Kinder und Gepäck. Horror. Am Flughafen Don Mueang angekommen erfahren sie, die ersten 3 Flieger nach Surat Thani im Süden, nächst gelegen zu Koh Pha-ngan, sind ausgebucht, Weiterflug erst 15:00. Die Nerven liegen blank. Egal, ist ja günstiger als direkt nach Koh Samui.

Die Kinder sind nach einer Woche vor lauter Müdigkeit immer noch aufgekratzt.

Im Gespräch erzählen Sie, im Anschluss wollen Sie per Flieger von Koh Samui direkt nach Bali. Von Ferieninsel zu Ferieninsel also. Solche Flüge gibt es aber nicht mal in Europa, denke ich. Komisch.

Problem an Bali? Von dort hätten Sie jetzt gehört, da sei Regenzeit, wenn sie ankommen wollen. Welch Überraschung!

Salzwasser brennt allen Schönwalder-Kindern total in den Augen, das Baby kriegt von den Windeln aus dem Supermarkt sofort einen wunden Po. Es wird noch voll gestillt, von dem Eis gestern habe es jetzt totalen Durchfall. Deshalb einen ganzen Koffer voller Windeln aus der Heimat. Die Älteste esse nur Pizza, aber ohne Tomaten.

Bisher war die Familie immer an der Ostsee, mit einem Camper, da waren die Kinder ganz anders und entspannt. Geflogen sei Krissi bisher nur nach Bulgarien und in die Türkei.

Abends sind wir uns einig. Die letzten Tage mit Buch in der Hängematte haben gut getan. Lange Mittags-Schlaferei. Das neue Jahr hat wohlwollend angefangen. Und die Menschen aus „Goodbye Deutschland – die Auswanderer“ von VOX gibt es wirklich.

Dabei essen wir genüsslich unser Sushi.

Veröffentlicht von Phi

Tüddelbüddel

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