26. Stock.

Die Skyline von Bangkok steht vor uns, glitzert, Wolkenkratzer schauen in unser Hotelzimmer. Unter uns, im 16. Stock, betrachten wir andere Hotelgästen beim Baden im Pool. Innerhalb von 24 Stunden hat sich der Blick verändert – eben noch Meer und Palmen, jetzt Sirenen, Glas-Fassaden und Großstadtdunst.

Koh Pha-ngan hat sich mit einem wunderbaren Abend verabschiedet. Mica und Sea schreiben uns im Verlauf, wir kamen als Gäste und sind als Freunde gegangen. Stimmt.

Am Abend vor der Abreise wurden wir eingeladen – zu einem Abendessen auf Ihrer Terrasse: thailändisch-französische Fusionsküche. Es gab rohe Garnelen, Thai-Bombs (kleine, frittierte Kugeln aus Hackfleisch, Reis und Zitronengras), frittierte Hühnerhaut und Thunfisch-Tatar. Danach Käse und Baguette. Dazu Pastis und Rotwein. Wir haben viel gelacht, Jaos Kampffisch-Sammlung in kleinen Flaschen kennengelernt und konnten ein Rätsel lösen: die Herkunft eines abendlichen Geräusches, eine Mischung aus Vogel und kaputter Schaukel. Mica zeigte uns einen Tokeh-Gecko. Riesen-Geckos, über 30cm lang, die unter den Hausdächern leben.

Nächster Tag: per Jeep zur Fähre, Überfahrt per Katamaran, Weiterfahrt per Doppeldecker-Bus. Im Gepäck: zwei kleine Buddhas als Gastgeschenk. Ein bisschen Fried-Rice am Bahnhof in Surat Thani. Dann kommt der Nachtzug. Dieses Mal überlisten wir die Klima-Anlage und schlafen gar nicht so schlecht. Am Morgen gibt es einen fürchterlichen Kaffee vom Schaffner, wir rollen in Bangkok ein. Auf den Straßen ist überall Stau, per MRT-Ubahn gehts zum Hotel.

Bei einer abendlichen Frühlingsrolle sage ich zu Claire, es sei ein lustiges Gefühl, wie in „Lost in Translation“. Man schlägt zwei Tage gemeinsam die Zeit in Bangkok tot, bis man weiterfliegen kann. Die Zeit ist zu kurz, um sich auf den Weg zu machen. Gerade mit Kind. Wir hängen ab. Lästern ein wenig über das „Reiseveranstalter-Hotel“, welches in die Jahre gekommen ist. Die goldenen Jahre werden, per Canapés und Freigetränk, zwischen 17:30 und 19:30, im 32. Stock regelrecht zwanghaft-cosmopolitisch am Leben erhalten.

Unten pfeift ein Polizist per Trillerpfeife einen Autofahrer zu Recht, am Nachbartisch erziehen zwei dicke Franzosen Ihr neues Adoptivkind. Gegenüber schwimmen Hunde mit Schwimmwesten im Pool.

Heute Nachmittag geht es nach Yangon/Rangun in Burma/Myanmar. Das einzige Land der Welt mit Rechtsverkehr und Lenkrad an der rechten Seite. Das Land der Pagoden. Es wird ein bisschen ärmer sein, Thailand vor 20 Jahren. Infrastruktur, Supermärkte, Verkehr sind maximal im Basic-Format.

Aber wir haben jetzt Babypuder – wir sind vorbereitet. Taxi!

Veröffentlicht von Phi

Tüddelbüddel

2 Kommentare zu „26. Stock.

  1. Hallo Philipp, auch wenn wir uns nicht kennen verfolge ich deine Berichte mit großem Interesse. Du bist ja sozusagen mein „Groß-Cousin“!
    Wir freuen uns jedesmal deine Berichte zu lesen!
    Übrigens, in 5 Wochen befinden wir uns in eurer „Nähe“, auf einer Sri Lanka Rundreise.
    Euch eine schöne Zeit in Burma!
    Grüße aus dem kalten Kiefersfelden!

    Gefällt 1 Person

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