Wai Wai.

Wai Wai ist eine Selfmade-Woman. Stolz trägt Sie langes, pechschwarzes Haar. Sie kommt aus dem Shan-State, Nördliches Burma. No-Go-Area für Touristen. Das Militär bewacht dort die Edelsteine. Mit Edelsteinen hat Wai Wai Ihr erstes Geld verdient, ein Gästehaus aufgebaut. Hier wohnen wir in den nächsten Tagen.

Oben auf dem Dach eine Terasse mit Restaurant. Wai Wais Place. WiFi-Passwort: beautifulworld.

Hier kochen Mädchen aus Ihrem Dorf, typisch Shan-Style-Food. Weil der Laden so gut läuft, hat Sie noch ein Restaurant in der Stadt eröffnet.

Sule-Pagode

Ron sieht aus wie ein Seebär. Belgier. Er war schon in über 80 verschiedenen Ländern. Beruflich ist er Security Officer im Europäischen Parlament in Brüssel. Sicherheit, Anti-Terror – seit 26 Jahren. Er schimpft über Trump und erzählt mit einem Lachen, dass er gerade von den Engländern beschissen wurde. Raja Ampat, Indonesien, sei für Ihn der schönste Platz der Erde. Da kämen die Fische beim Schnorcheln auf Dich zu, weil sie noch nie einen Menschen gesehen haben. Sagt er.

Auf seinem Knie sitzt Charly. Charly hat lange schwarze Haare und sammelt Reiskörner, die er liebevoll Marie in den Mund schiebt. Charly ist 3 Monate älter als Marie und Wai Wai‘s Sohn. Und Ron ist Ihr Lebensgefährte.

Allen begegnen wir am ersten Abend in Yangon. Erneut verläuft die Reise völlig unkompliziert. Lachende Zollbeamte und ein wartender Taxifahrer.

Das begrüßende Klima in Burma ist am Abend viel angenehmer als in Thailand, es weht ein kühler Wind.

Das Gästehaus ist etwas außerhalb in einer Seitenstraße. Als wir am nächsten Tag in die Stadt laufen, zeigt Yangon sein wahres Gesicht. Viele Menschen, viele Autos, viele rote Flecken überall. Betelnuss. Unglaublich enge Gassen, schmale Häuser. Schluchten. Eine Mischung aus Dreck, britischer Kolonialzeit und asiatisch-rustikalem Charme.

Claire war 2005 schon mal hier – damals sind alle Fahrrad gefahren, es gab Internet nur in einem Hotel. Das Internet war völlig reglementiert, Sie hatte eine sailormoon-email-Adresse, um die Sperre zu umgehen. Erst 2010 wurde das Land dem Tourismus völlig geöffnet. Seitdem hat sich viel verändert, eigentlich alles. Timberland-Store in der 5-stöckigen Shopping-Mall, Mercedes-Autohaus an der Hauptstraße. Von 15.000 Touristen im Jahr zu 5 Millionen. Vollgas.

Wir laufen durch die Gassen. Noch begegnen wir wenig der 5 Millionen, es wirkt noch recht burmesisch. Es wird eine Frage der Dauer sein, bis die frittierten Küken und der Schrauben-und-Nagel-Händler in eine Seitenstraße verschwindet.

Wai Wai bietet uns an, die nächsten Tage für Marie mitzukochen. Es gäbe immer einen Früchte-Smoothie und ein Reisgericht. Windeln könne Marie auch von Charlie haben. Während Marie von Küchenmädchen zu Küchenmädchen gereicht wird, öffnen wir die Erste Flasche Bier. Wir sollen das Auberginen-Curry essen, dazu Teeblatt-Salat, sagt Ron. Wir können aber erstmal von seinem probieren. Wir wissen gar nicht mehr, wo wir Ja und Nein sagen sollen. Aber es klingt alles ziemlich wunderbar.

Herzlich Willkommen in Burma.

Veröffentlicht von Phi

Tüddelbüddel

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