Staub.

Wenn uns jemand sagen würde, was haltet Ihr von einem Nachmittag auf dem Fahrrad, wären wir immer dabei. In der Sonne? Klar. Durch die Steppe? Mhm. Archäologie? Gegenfrage: Gibt es Alternativen – Pool?

Welcome to beautiful Bagan. Eröffnet wurde hier im 9. Jahrhundert. Auf 40 Quadratkilometern wurden tausende Pagoden und Stupas gebaut, schwere Erdbeben und durchgeknallte War-Lords haben die Zahl auf 2000 verringert. All das am Ufer des Irrawaddy, Steppenlandschaft. Es ist aktuell warm, im Sommer soll es unnatürlich heiss werden. Wir sind mit den aktuellen Temperaturen ganz gut bedient.

Mit dem Taxi ging es 3 Stunden von Mandalay nach Bagan. Über Land, mehrmals musste eine Art Wegezoll in kleinen Dörfern bezahlt werden. Schlaglöcher nahm der Fahrer sportlich mit 60kmh ins Visier, mein Kopf schlug regelmäßig an das Autodach.

Das Hotel ist klein, betrieben von zwei burmesischen Frauen, die in England Hotellerie gelernt haben. Schon zu Beginn fällt auf, dass Bagan sehr viel touristischer ist, als alle anderen Orte zuvor. Den Grund erfahre ich am nächsten Tag: dieses Areal aus Pagoden und Ruinen ist wirklich beeindruckend. Wirklich. Beeindruckend.

Claire war ja schon mal hier. Damals war es anders: es gab kaum Touristen, Fahrrad war das bewehrte Fortbewegungsmittel und man konnte auf jede Pagode klettern und den Sonnenuntergang beobachten. Alleine.

Wir leihen uns Fahrräder. Auf staubigen Wegen fahren wir durch Felder, vorbei an Pagoden und Stupas. Kühe, Ziegen und Chinesische Touristen. Letztere lassen sich per Pferdekutsche oder Ochsenkarren durch die Landschaft ziehen. Sieht von außen schön aus, die Fahrgäste schauen eher gequält.

Nebenbei fällt uns auf, dass es kaum eine Pagode gibt, die man noch erklimmen kann oder darf. Alles ist verschlossen oder zugemauert. Zu gefährlich, sagen die Burmesen. Das wahre Verbot kommt aber von der UNESCO. Weltkulturerbe seit einem halben Jahr.

Immer wieder steigen wir von den Rädern, betreten Gebäude oder deren Reste. Die Sonne brennt. Vorweg: in jeder Pagode war eine Buddha-Statue – oder zwei. Im Tagesverlauf kann man den Begriff „overpagoded“ nachvollziehen, das Konzept „Fahrrad mit Baby“ zeigt an diesem Ort Schwächen.

Als die Sonne untergeht, kommt uns ein Motorradfahrer entgegen und fragt – Sunset-Pagoda? Das Ende von Lied: er ist Pagoden-Wächter tagsüber und guckt, dass keiner drauf klettert. Am Abend, zeigt er den Touristen, wo es noch hoch geht. Das ist doch mal ein tolles Konzept. Natürlich nicht aus Selbstlosigkeit: wir kaufen ihm ein Sandgemälde ab. Er ist nämlich auch Maler. Nur ein paar Dollar. Alles klar.

Beim Abendessen isst Marie fast einen Teller Fried Rice. Wonderful Tasty heißt das Strassenrestaurant. Familienbetrieb. Obama hat sich hier scheinbar seinen Platz verdient gemacht. Das Essen und die Curries sind so gut und unburmesisch, wir beschließen, den Rest der Tage in Bagan nur noch hierher zu kommen. Keine Experimente.

Wir schlafen aus. Bis 7. Zum Frühstück gibt es Sojamilch zum Kaffee. Marie lässt sich die Rezeption zeigen und ist für eine geraume Zeit in Obhut von Hotelangestellten. Der Herr am Nachbartisch nickt uns zu und murmelt: Ist doch praktisch.

Am Nachmittag leihen wir uns einen E-Roller. Und um unruhige Gemüter zu beruhigen: wir sind mit 20 km/h auf Feldwegen gefahren, ohne Gegenverkehr. Und Marie fand es super. Auch ohne Helm. So.

Zum Sonnenuntergang sind wir (dann auch noch) eine kleine Ruine hochgeklettert. Der Buddha unter uns hatte keinen Kopf mehr, die Franzosen neben uns aber Kuchen. Wir Chips und Bier. Keiner von uns hatte Schuhe an, die zieht man ja beim Betreten eines Gotteshauses aus (im wahrsten Sinne des Wortes).

Die Sonne geht unter. Und Bagan wird zu etwas Verwunschenem. Überall sieht man die Zipfel von kleinen Pagoden oder mächtige Bauwerke aus den Baumwipfeln ragen. Ein perfekter Moment – für den Preis eines Sandbildes.

Wir tuckern ins Hotel. Werden überholt von anderen Rollern, auf denen ganze burmesische Familien sitzen. Alle winken. Beautiful Bagan.

Tibetische Mo Mo‘s
Finde Marie!

 

Veröffentlicht von Phi

Tüddelbüddel

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