Platypus.

My beloved Sydney – auch ohne „2-Monate-Asien“ wärst du Zucker. Mit „2-Monate-Asien“ bist du eine Seelenstreichlerin. In allen Punkten zauberst Du Erleichterung und Grinsen. Du Schöne!

Landung am Samstag Morgen. Die Nacht im Flieger war anstrengend – zu viele schreiende Fremd-Kinder um uns herum. Zu wenig Platz neben einem indischen Ehemann, der seinem Sohn scheinbar Chips als Hauptnahrungsmittel antrainiert. Egal.

Der Taxifahrer grinst uns an und fragt, wie es uns geht. Kurz danach klingeln wir an der Tür. Commonwealth Street 126. Leonie öffnet und zeigt uns die Küche. Kaffee, French-Press und echte Kaffeebecher, 20jähriger Kater. Er hat heute morgen in die Einfahrt gekotzt.

Sie selbst, sicher über 70, lebt alleine. 3 Kinder. Führt aber seit Jahren dieses Gästehaus in Surry Hills. 3 Zimmer, eigentlich immer voll – nur diese Woche komplett leer. Wir sollen uns wie zuhause fühlen und falls Einer nicht schlafen kann, können wir uns auch gerne aufteilen. Sie redet wie ein Wasserfall. Einiges ist ein bisschen wirr. Coronarvirus käme aus dem Labor und wurde gemacht, um schwule Chinesen zu töten. Ihr Gewürzregal ist im Tiefkühlfach und Scott Morrison sei ein Arschloch.

Ob wir mit an den Strand wollen? Zum Wohle des Kindes, verneinen wir. Schweren Herzens. „Wir“ wollen lieber kurz schlafen.

Draußen normaler Strassenlärm. Es ist warm. Kein Dengue, kein Malaria, kein Moskitonetz. Als hätte Marie es gewusst, schlafen wir alle zu lange, aber unglaublich wohltuend.

Dann spazieren wir in die Stadt. Hand-in-Hand mit kurzen Hosen. Alles ungewohnt. Supermarkt: Obst, Wurst, Käse, Vollmilch, Schokolade, Saft. Für Marie: Regale-weise. Einmal alles. In Hochhaus-Schluchten lassen wir uns treiben. Verstehen die Schilder der Läden, die Wortfetzen der Entgegenkommenden.

Schlendern durch den botanischen Garten und plötzlich ist es da: das Opernhaus. 59 bis 73 gebaut, dänischer Architekt. Der hat sein Werk nie „live“ gesehen, weil er vorher das Land im Streit verlassen hat. Er hat sich aber auch beim Budget um den Faktor 10 verrechnet.

Es ist so zeitlos wie schön. Wir werden es in den nächsten Tagen regelmäßig wiedersehen. Und es lohnt sich ja – aus allen Richtungen.

Auf dem Heimweg kaufen wir, besinnungslos und hoch-euphorisch, den obigen Supermarkt leer. Dann Burger mit Cider, dann Bett. Bravo!

Die anschliessenden Tage sind wie im Rausch. Wir erkunden die Stadt und laufen laufen laufen. Per Fähre zum McMahons-Point und über die große Hafenbrücke zurück. Dann Fish‘n‘Chips mit Miesmuscheln und Rosé, dann Bett. Marie schläft 13 Stunden durch.

In der Nacht: Regen! Es kühlt ein wenig ab, macht die Temperatur und die Sonne am Tag aber nur erträglicher.

Wir fahren per Bus nach Split und laufen nach Manly. Split, Clontarf und Balgowlah als Vororte von Sydney, Manly als einer der großen Strände der Stadt. Mit den Vororten ist Sydney fast doppelt so groß wie Berlin.

4 Stunden entlang der Küste. Durch Wälder, über Treppen und Holzstege, vorbei an kleinen Stränden und recht eindrucksvollen Echsen, die auf dem Weg sitzen. Entlang an Villen und Pools, die so schön sind, dass sie eigentlich enterbt werden müssten. Gerne an uns. Marie schläft in der Kraxe, wir springen ins Meer. Per Fähre zurück, der Himmel zieht zu. Tolles Licht.

Später Spaghetti Bolognese beim Italiener nebenan, dann Bett.

Dienstag Morgen: Wetter soll nur halb-sonnig werden. Wir fahren also per Fähre in den Taronga-Zoo. Auge in Auge mit Koala, Känguru, Emu und tasmanischen Teufel. Aber auch mit Spinnen, Taipan und Platypus. Alles Einheimische, einige ganz nett, anderen sollte man tunlichst aus dem Weg gehen. Marie freut sich über Tauben und Möwen.

Falafel beim Libanesen die Straße hoch, dann Rotwein, dann Bett.

Während wir einschlafen fragen wir uns, ob Platypus ein toller Name für einen Hund wäre. Eine Mischung aus Salzwasser und Sonnenbrand brennen ein wenig im Gesicht, Maries Haare riechen nach Sonnencreme.

Grinsend schlafen wir ein.

Veröffentlicht von Phi

Tüddelbüddel

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