Highway 6.

„So lange sie Bier brauen – kein Problem“ sagt der Surf-Laden-Besitzer zu einem Kunden, als es um Corona ging. Beide lachen. Heute hat Neuseeland die Grenzen geschlossen. Weil sich asiatische Touristen nicht an die Selbst-Isolation gehalten haben, darf jetzt keiner mehr rein. 28 Virus-Fälle. In ein paar Wochen also, könnten wir die letzten Touristen in Neuseeland sein.

Wir reisen für Euch!

Am Montag waren wir in Queenstown. Freizeit-Stadt – jeder Laden bietet Halligalli an: Jetboat, Heli-Skiing, Bungee-Jump. Der Bungee-Quatsch wurde hier erfunden. Wie in vielen anderen Städten Neuseelands, lohnt sich nur der Besuch einiger Geschäfte, wirkliche Architektur oder italienischer Dorfplatz-Flair kann lange gesucht werden. Aber Queenstown hat den Ferg-Burger. Und dieser Burger zog uns die Schuhe aus. Wahnsinnig lecker!

Es ist ein eigenartiges Reisen seit ein paar Tagen. Wir wollen uns nicht beklagen. Aber: man fährt durch schönste Landschaften, fährt von atemberaubender Kulisse zur nächsten, das Leben und der Alltag der Neuseeländer ist nahezu wie eh und je – und zuhause geht die Welt unter. Europa steht still. Uns bleiben die Berichte und Erzählungen von Podcasts, Familie und Freunden – und es entsteht eine eigenartige Mischung aus Sorge, Zuversicht, Verwunderung. Touristen, denen wir begegnen, sind beunruhigt, weil sie nach Hause müssen oder sollen. Und wir? Wir haben die Verlängerung des Visums beantragt. Warten. Aber auf was?

Nächster Halt: Central Otago. Weinregion. Toskana-Südtirol-Mix. Stehen auf einem wunderschönen Platz am Lake Dunstan. Am Nachmittag wandern wir den 4-Barrels Trail: von Weingut zu Weingut. Als wir zurück am Camper sind, springen wir in den See und sind 3 Flaschen Wein reicher.

Am nächsten Morgen führt uns der Weg nach Wanaka. 2 Tage echter Campingplatz, Wäsche waschen, große heiße Dusche, Toaster, Wasserkocher. Tut alles gut. Nachbarn lachen mit Weingläsern in der Hand. Und Frau Merkel wird ernst. Völliger Zwiespalt!

06:45 klingelt der Wecker. Draußen ist es noch dunkel, als wir uns einen Kaffee machen. Marie findet es großartig, dass der Tag so früh beginnt und findet sich, recht schnell, in der Kraxe wieder. Roys Peak. 6 Stunden soll die gesamte Wanderung dauern, 1500 Höhenmeter. Brutal anstrengend. Brutal schön.

Muskelkater zum Frühstück. Weil die Wetterprognose schlechter wird und die Kilometer, um „rum“ zu kommen, gefahren werden wollen, die Westküste mit der tasmanischen See sehr rau und windig sein wird und der Norden nochmal sehenswerter sein soll – fahren wir los. 380 Kilometer Highway 6. Wunderbar malerisch. Mancher Kilometer zehrt an Maries Nerven, aber es gelingt gut. Mittagspause am Ship Creek, die Gletscher Fox und Franz Josef versinken im Nebel.

Am Abend erreichen wir Kakapotahi. Unwirklicher Ort, wir parken direkt neben einer Kuhweide. Am Strand: kein Mensch. Die tansamische See: aufgebracht. Meterhoch, von baumdick bis spindeldürr, tonnenweise: Treibholz. Marie ist verzückt. Claire sagt: was für ein unwirklicher Ort. Als seien wir die letzen Menschen. Apokalypse-Feeling pur.

Bleibt alle mal schön zuhause. Wer danach noch ein Burn-Out hat, bei dem liegt es an was anderem!

Gesundheit.

Veröffentlicht von Phi

Tüddelbüddel

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