Once. One direction.

Regen. Grauer Himmel. Windstille. Das Meer ist spiegelglatt. Wir hören Musik, Podcasts, lesen Krimi‘s und malen mit Marie. Es ist gemütlich, wenn aus dem kleinen Backofen der Duft des aufgebackenen Ciabatta den gesamten Camper erfüllt. Marie legt Bestzeiten hin, zwei Kiwi‘s zu inhalieren und dabei jegliche Tiergeräusche nachzuahmen. Auf youtube versucht sie Hühner zu streicheln.

Vor ein paar Tagen hat uns Gaz seine Lebensgeschichte erzählt. Er hatte eine Kunstgalerie mit seinen Werken auf der Nordinsel. Aber auch eine Obstplantage. Hat in Hongkong Kiwi-Anbau vermittelt. Er besaß eine Kaffee-Rösterei in Christchurch und hat Möbel restauriert. Als er erzählt, sein Sohn habe irgendwann beschlossen, den “leichten Weg aus dem Leben” zu nehmen, muss er schlucken. Danach ist er jahrelang mit seinem Van rumgefahren und hat die Lust am Malen verloren. Erst Jenny hat ihn wieder ermutigt, seine Pinsel&Farben rauszuholen. So hat wohl jeder seine Geschichte.

Im Camp passiert nicht mehr viel. Alle Aufgaben sind erledigt, Rasen ist gemäht, der Campingplatz blitzt. Unser Weg ist fertig, der Spa-Bereich läuft. Aus einem alten Picknick-Tisch, der in einer Ecke des Camps in sich zusammen fiel, haben wir eine Sonnenliege gebaut. Einen Strand-Thron. Unser Erbe, wenn wir das Camp verlassen. Für Montag ist eine Vernissage angekündigt – Gaz wird seine Bilder ausstellen. Es soll Wein und Oliven geben.

Apropos: die Neuseeländer bereiten sich auf eine Rückstufung vor. Level 3. Dieses Level hat die Premier-Ministerin am Donnerstag erklärt, damit sich alle Gedanken machen können, was es für sie bedeutet. Montag wird verkündet, ob man Level 3 erreicht und Donnerstag ab 00:00 soll es dann so weit sein. Ihre Erklärung war aber ernüchternd. Zum Einen hat sie natürlich nicht erwähnt, was mit Deutschen in Campern passiert (was alle erwartet haben)…zum Anderen ändert sich nicht sehr viel. Baumärkte dürfen wieder öffnen, man darf mit 10 Gästen heiraten oder sich beerdigen lassen. In der Pressekonferenz erklärt sie, man darf wieder surfen und baden, jedoch keine neue Sportart beginnen. Und man darf einmalig in eine Richtung fahren, wenn man im Level 4 nicht dort ist, wo man zuhause ist. Von „Bundesland“ zu „Bundesland“ aber nur in Ausnahmefällen. Puh. Absolute Vorsicht und Strenge bei 15 Neuninfektionen am Tag.

Wir hatten ursprünglich gehofft, auf die Nordinsel zu kommen. Aber wir müssen den Camper zurückgeben, Christchurch ist im Süden, also entgegengesetzt. Ich telefoniere mit offiziellen Hotlines. Fazit: wir dürfen einmalig nach Christchurch fahren, müssen dort eine Airbnb-Unterkunft haben und sofort beziehen. Den Camper abgeben darf nur eine Person von uns. Und wir sollen vorher die Polizei anrufen, damit die eine Akte anlegen können. Jo. Level 3 klingt total toll. Dafür öffnen wieder Forstbetriebe.

In Christchurch haben wir nun eine kleine Wohnung gebucht. Mit Waschmaschine, Heizung und Kaffeemaschine. New Brighton, Marine Parade. Direkt am Strand. Wir ändern also nur die Bucht und den Supermarkt. Hoffentlich. Und die nächtliche Durchschnittstemperatur. Wir müssen nur hinkommen – von bubble zu bubble, von level zu level.

Gibt’s eine Komplettlösung?

Gibt’s nen Endboss?

Veröffentlicht von Phi

Tüddelbüddel

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