Miesmuschel-Wochen.

4 Wochen später. Bretonische Küste. Die Wettervorhersage könnte Sonnenbrand bedeuten, der Rosé im Kühlschrank verspricht Erfrischung. Der aufblasbare Pool im Garten riecht nach allen Gummi-Arten dieser Erde, das Meer musste auf unseren Besuch bisher warten. Aber gleich gehts los – dann per Fahrrad, vorbei an den Brombeer-Sträuchern, runter an den Plage Du Men Du. Den kleinen Weg kennt man aus jedem Asterix-und-Obelix-Comic.

Aber von vorne…in Stichworten:

Ende Juni noch in Neuseeland. Auckland. Viel Regen. Zum Abschied Kingfish-Steak und Kartoffelgratin. Wir packen optimistisch Koffer. Im Gepäck: ein unvergessliches Mitbringsel.

Dann endlich zum Flughafen, endlich im Flieger. Es ist Anfang Juli. Erster Flug nach Hong Kong: Sky Couch und Rotwein. Gentleman, der Film. Dimmer-Funktion am Flugzeug-Fenster. Alle schlafen.

Lost im Transit, Hong-Kong Flughafen. 17 Stunden Aufenthalt. Google sagt, 14 Kilometer im Airport gelaufen. Japanische Nudelsuppe zum Mittagessen, Duschen für 30€. Alles hat zu, gespenstische Leere, die Abflugtafel zeigt 10 Flüge.

Von Hong-Kong nach London. Cathay Pacific enttäuscht mit Klo-Hygiene und Essen. Aber Hauptsache, wir sollen 12 Stunden, auch zum Schlafen, eine Maske tragen. Zumindest schlafen Zwei von Drei. Egal, Europa! Erstmal nur geographisch.

London – München, keiner schläft. Zur Ankunft gibt es Brez’n mit Kräuterfrischkäse. Danach fallen alle in einen komatösen Mittagsschlaf. Wir sind wieder zurück. Jet Lag in Oberbayern.

Anschließend folgt ein einzigartiger Flow. Sonnenkinder, nennt man uns. Beginnt mit schwarzen Felgen auf dem Lieblingsbus. Weiter mit Doppelhaushälfte, Garten und Werkstatt in Sauerlach. Gästeklo und Marmortreppe. Zu fairem Mietpreis. An der Tankstelle gibt es das Leberkäs-Stüberl.

Kindergrippe Fortschritt, Gruppe Schnecke. Check. Impfpass neu vom Kinderarzt, 12€ Lotto-Gewinn. Schnitzel, Kuchen, ausgelöstes Hähnchen und Strohschwein mit Familie und Freunden. Und wenn es nur eine Stunde ist.

Fahrrad-Sitz und Helm für Marie. Biergarten. Als Notarzt auf dem Land, Hubschrauber und Frauenknast.

Bienenstich in Kinderfuss bei Opa am Tegernsee, danach gefülltes Schweinefilet. Wir kaufen einen italienischen Stuhl, der auch eine Treppe sein kann und 150 Gramm Gelbwurst.

Plötzlich sind 3 Wochen um. Alles ist in seiner Bahn. Unerwartet, wir sind total dankbar. Erleichtert und grinsend, Kopfschütteln.

Fahren in die Oberpfalz, treffen uns auf ein Foto, ein Bier und einen, von Mädchenhand-gepflückten, gelben Blumenstrauß mit den Groß-Eltern aus Norddeutschland.

Und dann: Meermenschen. 12 Stunden Autobahn Richtung Westen. Vorbei an goldenen, geernteten Getreidefelder, Windhose über einem französischen Acker. Die Straßen so leer wie nie, LKW-Fahrverbot zur Ferienzeit. Ein 120-Stundenkilometer-Gleiten. Sammy Deluxe und Ramsey-Lewis-Trio aus den Lautsprechern. Road Trip Gefühl wie früher.

Wassermelonen-Kerne auf dem T-Shirt bei Verdun. Die Scheibenwisch-Anlage hat ein Leck. Alles egal. Zwischenstopp in Paris, irgendwo bei Versailles. Ab jetzt haben die Autobahn-Ausfahrten Phantasie-Namen: Ploërmel, Plougoumelen und Erdeven. Und von nun an gibt es zwei Kamine an den Häusern und viel Granit. Bretonische Verhältnisse.

Wir sind wieder am Meer. Und die Welle da…die war doch vor 4 Wochen auch in Neuseeland, oder?

Veröffentlicht von Phi

Tüddelbüddel

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